Dies war eine Rundreise, welche in erster Linie dem Zwecke der persönlichen Information diente. Deshalb sind auch die
wichtigsten Eindrücke und Ergebnisse unter der Rubrik «Information» zu finden. Dennoch möchte ich den Ablauf
kurz beschreiben. Alle Tage beziehen sich auf das Jahr 2004.
Samstag, den 24. April:
- Am frühen Morgen: Abflug mit der slowenischen Flugesellschaft Adria Airways. Aufenthalt von drei Stunden auf dem
Flughafen von Ljubljana. Die Fahrt in die Stadt und wieder zurück hätte sich nicht gelohnt. So verbrachte ich die
Wartezeit im einzigen Restaurant des Flughafens. Preise wie in Deutschland. Meine Empfehlung: man sollte etwas zum
Lesen dabei haben.
- Weiterflug nach Skopje, wo ich um 15:00 Uhr ankam. Nun wurde es spannend. Zuerst hatte ich meinen Flug bis Ohrid
gebucht. Dann hieß es, der Flughafen von Ohrid sei geschlossen und wir würden in Skopje landen. Weil ich jedoch ein
gültiges Ticket bis Ohrid hatte, wurde mir Transfer im Bus versprochen. Nur - wie sollte ich den Bus finden? Erst als
ich den genialen Gedanken hatte, in die Halle für Abflüge zu gehen, fand ich einen Schalter von Adria Airways und dort
wurde die Frage geklärt.
- Fahrt mit dem Bus über Tetovo, Gostivar und Kicevo bis nach Struga. Der Nordwesten um Tetovo gilt als rechtsfreier
Raum. Dort wurde mit deutscher Hilfe eine Umgehungsstraße gebaut, welche sämtliche Ortschaften weiträumig umfährt. Der
Bus fährt nonstop durch. Man sieht nur Berge und Wälder, die es auch bei uns geben könnte. Aus dem Grund habe ich dort
keine Aufnahmen gemacht.
- Von Struga aus nahm ich ein Taxi - Kosten 4 € - mit dem ich gegen 19:30 in Ohrid ankam. Das Zimmer hatte ich
über Internet bei der Agentur «Generaltourist 2000» gebucht. Gute Frage: würden sie auch Wort halten?
Ja, das taten sie. Alles weitere findet sich unter den Informationen.
Sonntag, den 25. April:
- Ein Rundgang durch Ohrid. Das Wetter war milde und regnerisch. So konnte man noch einigermaßen spazieren gehen, doch
meine Fotos haben einen leichten Grauschleier, welcher die Schönheit des Ortes nicht so recht wiedergibt.
- Am Vormittag sprach mich ein Mann an, der ein Wassertaxi betreibt. Das ist ein einfaches Holzboot mit Außenbordmotor.
Man kann sich individuell auf dem See herumfahren lassen. Für mazedonische Verhältnisse nicht ganz billig und doch sehr
lohnend. Man sieht felsige Steilufer, die man zu Fuß nie erreicht hätte.
- Am Nachmittag erwanderte ich die Altstadt. Diese zählt zum Weltkulturerbe und ist ein touristisches Muß.
- Am Abend speiste ich in einem der vielen schönen Restaurants. Was gab es zu essen? Natürlich die berühmte Ohrid-Forelle,
die man mindestens einmal gekostet haben sollte.
Montag, den 26. April:
- Den Prespasee wollte ich auch noch besuchen. Vorsichtshalber hatte ich mich erkundigt, ob es sich lohnen würde, dort zu
übernachten. Die Frage wurde verneint. So nahm ich den Bus nach Resen. Dort gibt es zwar ein bescheidenes Hotel, doch liegt
Resen noch ein Stück weit vom See entfernt.
- Da es regnete, nahm ich ein Taxi. Ich hatte Glück, denn ich vermochte mich mit dem Fahrer einigermaßen zu verständigen
und dieser nahm einen zivilen Preis. So unternahmen wir eine Rundfahrt bei strömendem Regen. Immer dann, wenn ich es wollte,
ließ mich der Fahrer aussteigen. So machte ich einige Bilder. Und doch: es hätte besser sein können.
- Am See gibt es ein einsames Hotel, das sehr teuer aussieht. Ich habe es gar nicht erst getestet.
- Wenn man den Prespasee genießen möchte, dann sollte man im Sommer hinreisen, motorisiert sein und ein Zelt dabei haben.
Campingplätze gibt es zur Genüge.
- Am späten Nachmittag fuhr ich mit dem Bus wieder zurück nach Ohrid.
Dienstag, den 27. April:
- Sveti Naum ist ein beliebter Ausflugsort, direkt an der albanischen Grenze. Neuerdings kann man von dort aus legal nach
Albanien einreisen.
- Auf Internet war ich falsch informiert worden. Angeblich kann man nur mit einem teuren Taxi dorthin kommen. In
Wirklichkeit fährt von Ohrid aus ein uralter Klapperbus, der nur einen Spottpreis kostet.
- Man fährt am Seeufer entlang nach Süden und kommt durch eine Gegend, die etwas euphorisch als «Riviera»
bezeichnet wird. Dort sieht man schmale Kiesstrände und glasklares Wasser. Am Ufer reihen sich Hotels und Restaurants.
- Kurz nach meiner Ankunft sprach mich ein Mann an, der wiederum ein Wassertaxi anbot. Im Fahrpreis von 4 € war
ein viertel Liter Schnaps enthalten.
- Es gibt eine Kirche, die renoviert aussieht und eher von lokaler Bedeutung ist.
- Das benachbarte Hotel war zu meiner Zeit menschenleer und soll angeblich 75 € pro Nacht kosten. Da wird es auch
einige Zeit leer bleiben.
- Es gibt wahrhaft paradiesische Landschaften und Spaziergänge lohnen sich auf jeden Fall. Hin und wieder ließ sich die
Sonne blicken. Zur Abwechslung hatte ich meine Spiegelreflexkamera dabei. Als ich den schönsten Punkt überhaupt erreichte,
war leider der Film zu Ende.
Mittwoch, den 28. April:
- Bitola war mir wärmstens empfohlen worden. Bei meiner Ankunft wurde ich eher enttäuscht. Es ist ein Wirtschafts- und
Handelszentrum in der Nähe der griechischen Grenze. Die Fußgängerzone erinnert an eine deutsche Provinzstadt.
- Überhaupt wirkt die Stadt sehr westlich. Es wird versucht, Mitteleuropa nachzuahmen. Bitola ist teurer als Ohrid und
das, obwohl Ohrid wesentlich mehr Sehenswürdigkeiten bietet.
- Es schien aber die Sonne und so machte ich sehr viele Aufnahmen. Wie üblich sind diese über die Landkarte zu finden.
So mag sich jeder selbst ein Bild machen.
- Bitola eignet sich meiner Meinung nach nur für zwei Gruppen von Leuten:
- Entweder für westliche Manager, welche in Mazedonien Geschäfte anbahnen möchten.
- Oder für mazedonische Landeier, die noch nie eine Disko von innen gesehen haben.
- Meiner Meinung nach bietet die Stadt in etwa den Unterhaltungswert von Hannover.
Donnerstag, den 29. April:
- Im Gegenzug wurde mir von Prilep abgeraten. Angeblich sei dort nichts los. Da ich nun von Bitola enttäuscht war,
schenkte ich auch der zweiten Aussage keinen Glauben.
- In Bitola liegt der Busbahnhof neben dem Eisenbahnhof. Zur Abwechslung wählte ich diesmal den Zug.
- In Prilep kann ich das Hotel nur weiter empfehlen. Nur der Name ist nicht eindeutig. Es heißt entweder
«Makdam» oder «Ssonze». Dieses Hotel ist neu, privat und kostet pro Nacht 22 €. Dafür
bietet es ein Niveau, das bei uns mindestens 50 € kosten würde.
- Auf dem Zimmer fand ich einen zweisprachigen Fragebogen auf Mazedonisch und Englisch. Darin werden Kunden nach ihrer
Zufriedenheit befragt. Ich kreuzte alle Punkte als positiv an und machte nur eine Bemerkung: Bevor ein Tourist in den
Genuß dieses Hotels kommt, muß er erst einmal einen Grund finden, um überhaupt nach Prilep zu reisen.
- Die Dame an der Rezeption, - die übrigens fließend Englisch spricht - erteilte mir zum Zeitpunkt meiner Abreise eine
wortreiche Erklärung:
- So gibt es einen Aussichtspunkt auf dem Berg, der leider etwas umständlich zu erreichen ist. Prilep ist Zentrum des
Tabakanbaus und es gibt dort ein Tabakmuseum. Außerdem eine sehenswerte Kirche, eine Ikonensammlung und ein Museum für
slawische Geschichte.
- So erfuhr ich zumindest, was ich alles verpaßt habe.
Freitag, den 30. April:
- Nun hatte ich mir auch noch Veles vorgenommen. Die Straße dorthin befindet sich noch im Bau. Deshalb nahm ich den Zug
und der fährt auf einer abenteurlichen Strecke durch das Gebirge.
- Das Hotel stammt aus sozialistischer Zeit und ist vor allem billig.
- Die Stadt liegt eingequetscht in einer Schlucht des Vardar und bietet eigentlich recht wenig. Es gibt auch Kaffeehäuser
am Flußufer und dort kann man seine Seele baumeln lassen.
- Angenehm aufgefallen ist mir der Anstand, die Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft der Menschen. Hier kann man
jeden um Hilfe bitten.
Samstag, den 1. Mai:
- Der eigentliche Zweck meines Aufenthaltes in Veles bestand darin, Skopje zu besuchen, ohne dort die teuren
Hotelpreise bezahlen zu müssen.
- So nahm ich den Zug nach Skopje. Die Fahrtdauer beträgt eine Stunde; - der Preis für die Rückfahrkarte in etwa
3 €. Die Fahrt führt am Hauptfluß des Landes, dem wildromantischen Vardar entlang.
- Bei meiner Ankunft bemerkte ich ernüchtert große Sozialbrachen und Hochhäuser nach amerikanischem Zuschnitt.
- Endlich fand ich einen Basar, der mich etwas an Istanbul erinnert. Dahinter ein Viertel, das von türkischen und albanischen
Moslems bewohnt wird. Laut islamischem Gesetz ist es absolut alkoholfrei.
- Da ich lieber ein Bier getrunken hätte, macht ich mich auf die Suche nach einem christlichen Viertel. So entdeckte
ich eine Fußgängerzone, in der sich Bars und Kneipen aneinanderreihen.
- Dort machte ich Bekanntschaft mit einer lustigen Runde. Diese sind Angestellte einer Handelsfirma, welche liebend
gerne Lebensmittel in die Bundesrepublik exportieren möchte. Gemeint sind Schafskäse, Zwiebeln und Pepperoni. Ich wurde
zu reichlichen Geschmacksproben aufgefordert, um die Qualität bestätigen zu können. Natürlich mußte mit Bier und Raki
nachgespült werden.
- Den lieben Leuten erklärte ich nun, daß ich pünktlich nach Veles zurückfahren müsse, weil mir die Hotelzimer in Skopje
zu teuer seien. Sie meinten, es gäbe schon billige Hotels in Skopje, doch müsse man sich genauestens auskennen. Eine Empfehlung
gaben sie leider nicht ab und so fuhr ich wieder zurück nach Veles.
Sonntag, den 2. Mai:
- Nun erneut von Veles nach Skopje. Diesmal, um das Flugzeug für die Rückreise zu erreichen. An dem Tag erlebte ich
einige Enttäuschungen. So gibt es keinen Zubringer zum Flughafen, den man so einfach finden könnte.
- Die Taxifahrer verlangen Wucherpreise von 15 - 20 €.
- Auf dem Flughafen gibt es nichts vernünftiges zu essen. Nur pappige Sandwiches.
- Also ab mit dem Flieger nach Ljubljana, wo der Aufenthalt diesmal kürzer dauerte. Und dann weiter nach München, wo
ich auch glücklich ankam. (Sonst hätte ich diesen Bericht auch nicht schreiben können).
ZUKÜNFTIGE PLÄNE
Weil Reisen Zeit und Geld erfordern, möchte ich mich auf ein bestimmtes Datum nicht festlegen.
Es wäre mein Wunsch, Ohrid während der Monate Juni bis September zu besuchen. Während dieser Zeit werden
Saisonaufschläge gefordert. Das stört mich wenig, weil Ohrid immer noch den besten Gegenwert für mein Geld bietet.
Der Ohridsee wird auch als «Meer des Balkans» bezeichnet. Dieses «Meer» liegt zur Hälfte
in Albanien.
Mein zukünftiger Wunsch ist es, den See einmal zu umrunden und bei der Gelegenheit auch das Land Albanien
kennenzulernen.